Wie funktioniert Social Commerce?

Björn Erbslöh
Björn Erbslöh

Etwa 86 Prozent der deutschen Bevölkerungen nutzen aktiv die sozialen Medien. Was 10 Prozent mehr sind als im Vorjahr, Tendenz also steigend. Doch nicht nur die Nutzung von Social Media steigt, sondern auch der E-Commerce boomt. Mittlerweile kaufen etwa 41 Prozent der deutschen Internetnutzer:innen wöchentlich online ein. Dabei sind Smartphones die beliebtesten Endgeräte für einen Kaufabschluss. Social Commerce verbindet Social Media und E-Commerce miteinander: ein Trend mit viel Erfolgspotenzial, auf den du aufspringen solltest!

 

Social Commerce – was ist das?

Social Commerce beschreibt den Kaufprozess, der von der Inspiration bis hin zum Kaufabschluss über Social Media stattfindet. Das heißt die Customer Journey ist nahtlos, ganz ohne Medienbruch. Sowohl die Bewerbung der Produkte als auch der Kauf finden auf der Social Media Plattform statt, so dass Kund:innen die Plattform nicht verlassen müssen. Kein Weiterleiten auf eine andere Website oder einen physischen Laden, keine Umwege. Social Media wird durch Social Commerce zum Vertriebskanal.

 

Social Commerce und seine Vorteile

E-Commerce und Social Media Netzwerke wachsen gemeinsam weiter: Social Media und die von den verschiedenen Plattformen verwendeten Conversion Elemente bringen ein hohes Potenzial, dass User:innen Einkäufe künftig direkt über Social Media abwickeln. Dabei bringt Social Commerce sowohl dem Unternehmen als auch den User:innen verschiedene Vorteile:

 

  • Verbesserte User Experience: Durch den Direktvertrieb haben die User:innen kürzere und direktere Wege, schnellere und effektivere Einkäufe und somit eine nahtlose und gleichzeitig verbesserte User Experience. Hinzu kommt, dass du mit dem Direktvertrieb nicht mehr auf Händler:innen angewiesen bist.
  • Erschließen neuer Zielgruppen: Mit der neuen Vertriebsmöglichkeit durch Social Commerce, kann dein Unternehmen auch neue Zielgruppen erschließen. Die positive User Experience trägt gleichzeitig dazu bei, dass die Zielgruppe überzeugt wird.
  • Neues Umsatzpotenzial: Mit der Wahrscheinlichkeit, dass User:innen künftig Einkäufe direkt über die Social Media abwickeln, entsteht auch ein neues Umsatzpotenzial, dass du mit Social Commerce ergreifen kannst.
  • Weniger Abbrüche beim Checkout: Je weniger Barrieren, Plattformwechsel und Registrierungsprozesse es gibt, desto eher kommt es zum Kaufabschluss.
  • Vorgefertigte Infrastrukturen: Den Schritt, einen eigenen Online Shop aufzubauen, kannst du dir sparen, denn viele Social Media Plattformen bieten dir ein Tool und damit eine Architektur, die du so direkt nutzen kannst. Mit der Weiterentwicklung der Netzwerke kommen außerdem immer mehr neue Features hinzu von denen du profitieren und deinen Verkauf leichter gestalten kannst.

 

Social Commerce richtig umsetzen

Auch wenn Social Commerce das gleiche Ziel wie ein Online Shop hat, den Verkauf, unterscheidet sich die richtige Produktauswahl im Social Commerce jedoch nochmal. Darauf solltest du achten:

 

  • Wow Faktor: Social Media bietet den User:innen tausende Eindrücke. Du musst es schaffen, aus dieser Masse herauszustechen, die Aufmerksamkeit der User:innen zu gewinnen und so lange zu halten, bis du ein Kaufimpuls auslöst.
  • Impulskäufe anregen: Das Produkt ist limitiert und ist aber ein Must Have? Eine künstliche Verknappung der Produkte kann User:innen zu einem unmittelbaren Kauf anregen.
  • Nicht zu teuer: Der Preis ist entscheidend. Social Commerce regt dazu an, spontane Käufe zu tätigen. Ist der Preis zu hoch, schreckst du User:innen ab, die ungeplant einen Impulskauf tätigen würden. Die Faustregel: Das Produkt sollte zwischen 10 und 100 Euro kosten.
  • Lager Situation beachten: Die Produkte sollten leicht und lange zu lagern sein. Daher sollten die Produkte lange haltbar sein, also am besten keine Produkte, die auf eine Kühlkette angewiesen sind. Und sie sollten für die Lagerung eine kompakte Größe haben. Das hat nicht nur einen positiven Einfluss auf die Lagerung, sondern diese Produkte lassen sich auch leichter und kostengünstiger versenden.

 

Social Commerce in der Praxis

 

Die wichtigsten Social Commerce Plattformen sind Facebook, Instagram, TikTok, Pinterest und LinkedIn. Dabei ist Facebook noch immer die meistgenutzte Social Media Plattform, jedoch mit starker Konkurrenz: Instagram wächst zur Zeit sehr schnell und ist bei den 14 bis 29-Jährigen die Nummer 1 und hat Facebook bereits überholt.

 

Beispiel Instagram

Instagram ist viel mehr, als nur die Präsentation eines Produkt. Es geht um Emotionen, Geschichten und Assoziationen. Die Zahlen zeigen, dass es nur ein kleiner Schritt zu Social Commerce ist, denn auch wenn es nicht zu einem Kauf kommt, nutzen bereits 70 Prozent der User:innen die Plattform, um sich wenigstens für ihren Einkauf inspirieren lassen. Der Weg hin zum Kauf auf der Plattform selbst ist also schon geebnet.

Du kannst Produkte direkt auf Fotos und Videos markieren, die sich in deinem Feed befinden. Durch das Anklicken der Markierungen bekommen Nutzer:innen sofort Infos und ähnliche Produkte angezeigt und können sofort in deinen Online Shop wechseln. Deine Zielgruppe muss sich aber nicht zwingend auf deinem Profil aufhalten, um deine Produkte zu entdecken: Seit 2020 gibt es nun den Reiter Discovery bei Instagram. Hier wird Nutzer:innen das gezeigt, was ihnen gefallen könnte und so kann deine Zielgruppe dich leichter entdecken.

Amerika ist bereits so weit, dass der Checkout direkt über Instagram erfolgt – Deutschland dürfte mit hoher Wahrscheinlich dem bald nachziehen. Das ist der Schritt zur kompletten Vermeidung des Medien- bzw. Plattformbruchs. Das Stichwort: In-App-Checkout. Mit diesem Schritt kann dann die Definition von Social Commerce auch wirklich erfüllt werden: Das Abwickeln des gesamten Kaufprozesses über eine einzige Plattform mit dem Ziel einer nahtlosen Customer Experience.

 

Erfahre mehr zum Thema

Du möchtest mehr erfahren? Schau Dir unser gemeinsames Webinar “Social Commerce” mit Björn Erbslöh an oder höre in unserer Podcast-Folge rein.

Zu folgenden Themen bekommst du einen tieferen Einblick:


  • Die Entwicklung von Social Commerce und welche Auswirkungen es auf dein Unternehmen hat
  • Wie du dich auf den Trend Social Commerce vorbereiten kannst
  • Wie du Social Commerce richtig auf dein Business anwenden kannst
  • Case Studies aus der Praxis

 

Gastautor Björn Erbslöh its Business Director der Content Marketing Agentur suxeedo. Als Spezialist für Online-Kommunikation verfügt er über mehr als zehn Jahre Erfahrung in den Bereichen Social Media und Content Marketing. Björn ist ein technologie-begeisterter Denker, der bereits Projekte großer DAX-Unternehmen sowie auch aufstrebender Start-ups erfolgreich begleitet hat.

 

Björn Erbslöh
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